Intro …

Jedem künstlerischen Prozess geht der Akt der Wahrnehmung voraus.

Wahrnehmung heißt

  • ohne eine bestimmte Erwartung in die Welt hineinschauengehenriechentasten
  • ohne jegliches Vorwissen und ohne etwas wissen zu wollen mich dem Ungewissen hingeben
  • mich dem ausliefern, was ich nicht kenne oder erahne oder wünsche
  • mich blank machen für das, was sich zeigt und für das, was sich verbirgt.

Wahrnehmung heißt

  • alle Sinne wecken und ins Hellwache entführen, räumlich werden lassen
  • den Blickwinkel von Nahsicht auf Fernsicht auf Totalansicht erweitern, vom Kleinsten ins Größte und zurück
  • das Sichtfeld vergrößern in alle fünf Himmelsrichtungen – und darüber hinaus
  • unentwegt den Perspektiv- und Standortwechsel suchen
  • den Stillstand in Bewegung halten
  • die Schätze des Nie-Gewussten, des Noch-nicht-Gewussten, des Unbewussten angraben und heben (oder auch nicht)

auf dass meine Ohren zu Antennen werden, meine Augen zu Tentakeln und mein kreatives Ich zum Wünschelrutengänger, immer auf der Suche nach Inspirationsquellen und dem unbekannten Ort, an dem es mir gelingt, mich der Intuition zur Verfügung zu stellen.

Autor und Foto: Bruno Klimek