Von der Tarantel gestochen …

Schon vor einigen Tagen wurde die Ursendung „Tanz Sediment“ der in Italien geborenen Vokalistin und Klangkünstlerin Alexandra Eramo im Deutschland Radio veröffentlicht. In ihrem Hörstück über das Ritual der Tarantella lotet sie den Grenzbereich zwischen menschlicher Stimme und Geräusch aus. Das Klangstück setzt sich mit dem Tarantismus im süditalienischen Apulien auseinander, einer Tanzform, der heilende Kraft zur rituellen Bekämpfung des Spinnengifts zugesprochen wurde. Die menschliche Stimme erhält in Eramos Arbeit eine zentrale Funktion: wilde Stimme, laut, sanft, selbstbewusst, bestialisch, ungelernt, verletzlich. Es einsteht ein archaischer Klangraum im Körper des modernen Menschen – besser als jede Medizin!

Hier findet ihr dieses Experiment zum Nachhören: Sendung Deutschlandfunk.

Foto: Detail aus „Ricci Chimici“, Installation im Palazzo Ricci von Lena Dues, Finn Wagner, Catherina Cramer, Philipp Lack, Tim Löhde (Foto: Finn Wagner, Kolleg Jahresprojekt 2015)